Neue Arbeitslosengeldreform – im Überblick

Hier erfahren Sie etwas über die neue Arbeitslosengeldreform.

Anspruchserwerb

Ab 1. Juli 2017 müssen Sie, um Arbeitslosengeld zu beziehen, die neue Einkommensanforderung erfüllen. Diese wird folgendermaßen in Dänischen Kronen (DKK) berechnet: Innerhalb von drei Jahren müssen Sie 228.348 DKK verdient haben (Zahlenangabe für 2018). Für die Erfüllung der Anforderung können Sie jeden Monat höchstens 19.029 DKK (Zahlenangabe für 2018) mitzählen. Für Teilzeitversicherte liegt die Einkommensanforderung niedriger.

Nur durch nicht bezuschusste Arbeit wird ein Anspruch auf Arbeitslosengeld erworben. Stellen mit Zuschuss zählen also nicht mit.

Arbeitslosengeldsatz

Die A-Kasse berechnet Ihren Arbeitslosengeldsatz auf der Grundlage Ihrer Einkünfte in den besten 12 Monaten der letzten zwei Jahre.

Es wird für Sie nur dann ein Satz berechnet, wenn für Sie eine neue Arbeitslosengeldperiode beginnt.

Am 1. Juli 2017 wird ein Monatssatz eingeführt – ein fester Betrag –, egal ob es ein kurzer oder ein langer Monat ist. Der Satz wird 18.633 DKK pro Monat im Höchstsatz für einen Vollzeitversicherten betragen.

Akontozahlung

Ab 1. Juli 2017 wird das Arbeitslosengeld ungeachtet der Länge des Monats für jeweils einen ganzen Monat a conto ausgezahlt werden. Die Arbeitslosenkarte muss ca. eine Woche vor Monatsende eingesandt werden. Deshalb müssen Sie selbst eine realistische Erwartung beisteuern, ob Sie während der letzten Woche des Monats voraussichtlich Arbeitsstunden usw. haben werden oder nicht. Auf dieser Grundlage wird Ihr Arbeitslosengeld ausgezahlt. 

Wenn der Monat abgelaufen ist, berichten die Arbeitgeber allen etwaigen Lohn ans Einkommensregister. Anschließend werden die Daten des Einkommensregisters mit denen der Arbeitslosenkarten abgeglichen. Wurde Ihnen zu viel oder zu wenig Arbeitslosengeld gezahlt, wird der Betrag innerhalb der nächsten drei Monate berichtigt. Das kann z.B. passieren, wenn Sie an den letzten Tagen eines Monats unerwartet Arbeit bekommen.

Verbrauch von Arbeitslosengeld nach Stunden

Neu ist auch, dass Sie von Ihrer Arbeitslosengeldperiode künftig nur die Anzahl Stunden aufbrauchen, für die Sie wirklich Arbeitslosengeld erhalten haben. Bis zum 1. Juli 2017 wird der Verbrauch nach ganzen Wochen berechnet – sodass Sie das Arbeitslosengeld einer Woche verbraucht haben, selbst wenn Sie in der betreffenden Woche nur Arbeitslosengeld für einen Tag bezogen. 

Karenztag

Alle vier Monate kommt ein Karenztag in der Form, dass Ihnen das Arbeitslosengeld für einen Tag abgezogen wird, sofern Sie innerhalb der vier Monate nicht mehr als 148 Stunden gearbeitet haben.

Abschaffung der überschüssigen Stunden

Lohneinkünfte für mehr als 37 Stunden die Woche wurden früher gegen Ihr Arbeitslosengeld aufgerechnet. Man nennt das „überschüssige Stunden“. Ab Juli 2017 sind die überschüssigen Stunden abgeschafft, sodass künftig keine Aufrechnung im nächsten Monat erfolgt, wenn Sie im vorangegangenen Monat Überstunden machten. 

Jedoch werden Überstunden in dem Monat aufgerechnet, in dem die Stunden liegen – das heißt, wenn Sie in ein und demselben Monat sowohl Überstunden machen als auch Arbeitslosengeld beziehen.

Höchstens 2 G-Tage (Arbeitslosenvergütung)

Ab 1. Juli 2017 können Ihnen höchstens zwei G-Tage zum Arbeitslosengeld-Höchstsatz zuerkannt werden. Es gibt keine Sonderregeln für kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse mehr. G-Tage sind die Tage, für die der Arbeitgeber bei Kündigung und vorläufiger Entlassung zu zahlen hat.

Verlängerung Ihrer Arbeitslosengeldperiode – jetzt nach Stunden

Seit dem 1. Januar 2017 bestand die Möglichkeit, die Arbeitslosengeldperiode um bis zu einem Jahr verlängert zu bekommen, wenn Sie Lohnarbeit hatten.

Ab 1. Juli 2017 wird die Verlängerung nicht mehr nach Wochen, sondern nach Stunden berechnet. Demgemäß ergibt eine Stunde Lohnarbeit zwei Stunden Verlängerung der Arbeitslosengeldperiode. 

Wiedererwerb des Anspruchs

Falls Sie bei Ablauf Ihrer Arbeitslosengeldperiode noch Stunden auf Ihrem Beschäftigungskonto zugute haben, weil Sie in Ihrer Arbeitslosengeldperiode Lohnarbeit geleistet haben, können Sie das Anrecht auf eine neue Arbeitslosengeldperiode erwerben, sofern Sie eine Anforderung von 1.924 Arbeitsstunden innerhalb von drei Jahren erfüllen.

Falls Sie zu dem Zeitpunkt, an dem Sie den Anspruch auf Arbeitslosengeld verloren haben, keine Stunden auf dem Beschäftigungskonto zugute haben, können Sie ins System auf gleiche Weise wieder hereinkommen, wie Sie sich beim ersten Mal den Anspruch auf Arbeitslosengeld erwarben. Das heißt, Sie müssen innerhalb von drei Jahren 228.348 DKK (Zahlenangabe für 2018) verdient haben.

Sie riskieren eventuell eine kürzere Arbeitslosengeldperiode

Bei umfangreicher Arbeitslosigkeit riskieren Sie eine Verkürzung Ihrer Arbeitslosengeldperiode um einen Monat. Das passiert, wenn Sie innerhalb eines Zeitraums von acht Jahren (96 Monaten) vier Jahre lang (insgesamt 7.696 Stunden) Arbeitslosengeld bezogen haben.

Die Regel gilt mit rückwirkender Kraft. Das bedeutet, dass auch Arbeitslosigkeit vor dem 1. Juli 2017 mitzählt.

Sind Sie gegenwärtig arbeitslos?

Die oben genannten Punkte umfassen nur einen Teil der Regeln, die am 1. Juli 2017 in Kraft treten.

Falls Sie gegenwärtig arbeitslos sind und nicht sicher sind, was die Regeln für Sie bedeuten werden, können Sie sich jederzeit gern an Ihre A-Kasse wenden.

Stundenbank auf Mit3F

Ab 1. Juli 2017 können Sie bei jobnet.dk unter anderem sehen, wie viele Stunden Sie aufgebraucht haben und wie viele Stunden Sie auf Ihrem Beschäftigungskonto (der „Stundenbank“) in der A-Kasse zugute haben.

 
Dokumenter
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